In der Nikolaus August Otto Schule konnten die Siebtklässler des Realschulzweiges erleben, wie gut es tut, gemeinsam zu kochen und zu essen.
Mehr und mehr Kinder essen in der Schule nichts mehr oder nur sehr ungesund, stellten die Lehrkräfte der Nikolaus August Otto Schule in Bad Schwalbach fest. Denn Viele können sich kein Mensa-Essen mehr leisten und erst recht kein gesundes Essen. Mit dem Projekt „Starter 7“ hat die Schule ein Angebot geschaffen, das gleich mehrere positive Aspekte mit einander verbindet. Ein Bildungsmodul ermöglichte erfahrungsorientiertes Lernen in der Schulküche. Zusätzlich konnten die Jugendlichen gemeinsam einmal wöchentlich zusammen Mittag essen. Das stärkt die Klassengemeinschaft und wertet den Lebensraum Schule auf.
„Eine Erkenntnis unseres Projekt ist, dass alle Kinder dieses Angebot annehmen, wenn sie es sich leisten können. Es ist also ein Gerücht, dass sozial schwache Kinder lieber Chips essen, anstatt Salat. Das haben wir hier bei uns widerlegt“, stellt Eric Hofstiepel, Initiator des Projektes fest. „Hinzu kommt: Das gemeinsame Essen schafft Verbindung und Raum für interkulturelle Begegnungen“.
Das Starter 7 verbindet Theorie, Praxis und Gemeinschaft
Drei Monate nahmen die siebten Klassen in der Schulküche an einem praktischen Unterrichtsmodul teil. Dabei ging es um Ernährung, Klima und Nachhaltigkeit, gesundes Fastfood und Essen in unterschiedlichen Kulturen.
An einem langen Tag in der Woche sind die Schüler*innen und Lehrkräften dann gemeinsam in die Mensa gegangen. Zusätzlich zum Mensa-Essen gab es eine Salatbar mit frischen Zutaten. Die Jugendlichen haben selbst eingedeckt und zusammen gegessen. Ein Erlebnis, das immer weniger Kinder von zu Hause kennen. Durch den Zuschuss von Sei-Hessen konnten auch alle Schülerinnen und Schüler an dem Projekt teilnehmen.
Der Förderverein Nikolaus-August-Otto sorgt für sozialen Ausgleich
Das Projekt ist ganz im Sinne des Fördervereins. Denn der kümmert sich nicht nur um die Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln, kulturelle oder sportliche Schulaktivitäten, sondern auch um den sozialen Ausgleich zwischen den Schülerinnen und Schülern.
Interview mit Eric Hofstiepel, Lehrer an der NAO-Schule und Initiator des Projektes
Was war für Sie ein schöner Moment oder Erfolg in diesem Projekt?
Es war schön, jeden Mittwoch mit den Kids nach dem Unterricht gemeinsam zu essen. Das Essensangebot wurde sehr gut angenommen. Dadurch kann man der kommunale Politik zeigen, dass es zwar eine Nachfrage gibt, aber der Preis für die Familien zu hoch ist.
Wenn jemand dieses Projekt nachmachen will, welche Erfahrungen oder Tipps können Sie weitergeben?
Nicht auf die Politik warten, sondern anfangen Dinge zu ändern.
Was ist Ihre Motivation?
Wir sind ein Realschulzweig mit vielen Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Wir wollen zur Ganztagsschule werden, weil die Schule für diese Kinder zum Lebensraum wird. Essen, beziehungsweise gesundes Essen sollte der Kern eines jeden Ganztags sein.
Wenn viele Menschen diese Idee umsetzen würden, wie sähe die Welt dann aus? Und was bräuchte es dafür?
Es bräuchte eine Welt mit mehr Bildungsgerechtigkeit. Dafür bräuchte es viel Geld und den Willen, auch für junge Menschen Politik zu machen. Denn die sind inzwischen eine Minderheit in unserem Land.
Text und Interview: Gesa Maschkowski
Hier geht’s zur NAO-Schule: https://nao-schule.de/
