Das ist kein Traum, sondern Realität: Zwei engagierte junge Frauen haben in Frankfurt eine Urban-Farming-Bewegung gestartet. Sie wollen Frankfurt essbarer, gesünder, sozialer und zukunftsfähiger machen. Diese Vision teilen sie mittlerweile mit 350 ehrenamtlichen Gemüseheld*innen. Gemeinsam kultivieren sie in 18 Gärten und auf einer 4.000 m² großen Stadtfarm Obst und Gemüse zur Selbstversorgung.
Gartenarbeiten im Herbst und Winter – die Basis für das nächste Jahr
Auch im Herbst und Winter gibt es in Gemeinschaftsgärten viel zu tun. Denn in dieser Zeit kann man das Bodenleben und die Artenvielfalt stärken, zum Beispiel durch das Einsäen von Gründüngung, das Mulchen oder das Anlegen von Kompost. Das ist die Basis für eine reiche Ernte im nächsten Jahr. Der Winter ist außerdem ein guter Zeitpunkt, um Bäume, Büsche oder Frühlingskulturen zu pflanzen und zu pflegen.
Unter dem Motto „Naturnahes Gärtnern und regenerativer Gemüseanbau im Herbst und Winter“ haben die Gemüseheld*innen gut 20 kostenlose Gemeinschaftsaktionen organisiert. Durch die SEI-Förderung konnten sie mehrjährige Pflanzen, Saat- und Steckgut, Werkzeuge und Baumaterial beschaffen.
Bei den vierstündigen Mitmachaktionen entstanden zum Beispiel ein Drei-Kammer-Kompost, eine Waschstation für Gemüse, eine winterfeste Wurmfarm sowie Tische und Bänke für Workshops und gemeinsame Picknicks. Die Gärtnernden haben Rhabarber und Apfelbäume gepflanzt. Besonders beliebt war ein Kochevent. Das soll in Zukunft öfter stattfinden.
Der Gemüseheld*innen e. V. macht Lust aufs Gärtnern und unterstützt dabei
Viele Stadtbürgerinnen, die zu den Gemüseheldinnen kommen, haben keine oder nur wenig Erfahrung mit dem Gärtnern. Der Verein hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, über alle Jahreszeiten hinweg Wissen über den saisonalen und biologischen Gemüseanbau zu vermitteln. Dafür organisiert er Bildungsveranstaltungen, Führungen und Workshops, Mitmachaktionen, Feste und Ausflüge. Außerdem kooperiert er mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
Ich kann dir daraus auch noch eine pressefertige Version, eine kürzere Webtext-Fassung oder eine sprachlich emotionalere Fördertext-Version machen.
Interview mit Philina Schmidt, Projektkoordinatorin bei den GemüseheldInnen
Was war für Sie ein schöner Moment oder Erfolg in diesem Projekt?
In unserer Initiative bringen sich viele Stadtbürger*innen mit Zeit und Energie in die Pflege der Gärten und die Umsetzung von Bildungs- und Mitmachangeboten ein. Die Förderung ermöglichte es uns, die Materialien für die Kurse zu beschaffen. Das ist für uns keine Selbstverständlichkeit, sondern eine große Unterstützung und Entlastung. Auch die Freiwilligen haben die Förderung als Wertschätzung ihrer Arbeit empfunden.
Es gibt auch viele schöne Erinnerungen an gemeinschaftliches Bauen, Pflanzen, Kochen und das Feiern des gemeinschaftlichen Wirkens am Lagerfeuer mit heißem Tee, sowie die Begeisterung darüber, wie viel man schaffen kann, wenn alle anpacken!
Wenn jemand dieses Projekt nachmachen will, welche Erfahrungen oder Tipps können Sie weitergeben?
Diese Arbeiten, um Gärten winterfest zu machen, und gemeinschaftliche Bau-, Pflanz- und Kochaktionen können auch andere Gemeinschaftsgärten und private Gartenbesitzer*innen nachmachen. Wichtig ist bei allen größeren Workshops, dass mindestens eine Person in koordinierender Rolle dabei ist und weiß, wie alles funktioniert. Im Herbst und Winter ist es gut, wenn man Unterstellmöglichkeiten gegen Regen organisiert. Die Aktionen sollten früh genug starten und nicht zu lange dauern, sodass alles vor Einbruch der Dunkelheit aufgeräumt ist. Und nach getaner Arbeit sollte auch immer noch etwas Zeit für ein gemeinsames Picknick sein, um das Geschaffte zu feiern.
Über das Projektteam: Was ist Ihre Motivation oder vielleicht auch Ihr Erfolgsgeheimnis?
Schon seit den Anfängen der GemüseheldInnen lautet unsere Philosophie „Machen statt Abwarten!“ Wir wollen gemeinsam mit möglichst vielen Menschen schöne, grüne, essbare Orte für Begegnung, Lernen und Gemeinschaft in der Stadt schaffen und die Menschen für die lokale, regionale und saisonale Erzeugung von Lebensmitteln begeistern.
Wir wollen die Ernährungssouveränität stärken, Wissen und Selbstwirksamkeit für den Anbau von gesundem, ökologisch erzeugtem Gemüse vermitteln. Dafür kombinieren wir in unseren Mitmach- und Bildungsangeboten immer Theorie mit Praxis. So können unterschiedlichste Zielgruppen jeden Alters, mit und ohne Vorwissen dabei sein und Teil einer positiven Zukunftsvision werden. Der positive Effekt ist: Aus Überforderung wird Tatendrang, aus Zukunftsangst wird Handlungsfähigkeit und aus Pessimismus wird Begeisterung und die Zuversicht, dass wir alle zu einer guten Zukunft beitragen können.
Wenn viele Menschen diese Idee umsetzen würden, wie sähe die Welt dann aus? Und was bräuchte es dafür?
Wenn noch viel mehr Menschen gemeinschaftlich Obst und Gemüse mitten in ihren Städten anbauen würden, dann wären die Quartiere lebenswerter, die Böden gesünder, die Grünflächen artenreicher, Lebensmittel würden stärker wertgeschätzt und auch Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen könnten sich leichter mit ökologischem Obst und Gemüse versorgen.
Dazu müsste das Wissen über die Potenziale von naturnahem Gärtnern und Urban Farming in der Stadtgesellschaft, Stadtpolitik und Verwaltung noch stärker verbreitet sein. So könnten viel mehr Gemeinschafts-, Klein-, Vorgärten und sogar öffentliche Parks nach den Prinzipien der Permakultur naturnah gestaltet und gepflegt werden und zur Versorgung mit frischem Gemüse aus einer intakten Natur beitragen.
Dafür müsste es auch verlässliche und längerfristige finanzielle Unterstützung für Urban-Farming-Initiativen geben, insbesondere für Fachkräfte, die in der Lage sind, Projekte zu koordinieren und den Aufbau von Kompetenzen zu unterstützen.
Wie geht es jetzt mit ihrem Projekt weiter?
Unsere 18 Gemeinschaftsgärten und die Stadtfarm werden auch 2026 durch Freiwillige gepflegt und genutzt. Unser hauptamtliches Team arbeitet daran, finanzielle Mittel zu akquirieren, um die Sachkosten für Pacht, Jungpflanzen, Saatgut, Kompost etc. zu decken. Gleichzeitig möchten wir auch in Zukunft kostenfreie, öffentliche Mitmachaktionen und Workshops anbieten. Auch dafür versuchen wir finanzielle Mittel zu gewinnen, die unsere Personalkosten decken.
Text und Interview: Gesa Maschkowski
Hier geht’s zu den GemüseheldInnen Frankfurt – https://gemueseheldinnen.de/


