Bio und lecker einkaufen in Frankfurt

Anok Kuhn von Bionales begrüßt die Gäste. Sitzend v.l.n..r: Susanne von Münchhausen, Thomas Wolff, Carolin Munte, Claudia Nauth und Lydia Witzmann. Foto: Bionales

Anok Kuhn von Bionales begrüßt die Gäste. Sitzend v.l.n..r: Susanne von Münchhausen, Thomas Wolff, Carolin Munte, Claudia Nauth und Lydia Witzmann. Foto: Bionales

Wo finde ich eigentlich die besten bioregionalen Lebensmittel in Frankfurt? Zu diese Frage organisierte der Ernährungsrat und das Bündnis Ernährungswende Frankfurt die Veranstaltung „Bio und lecker einkaufen“.

Die Teilnehmenden konnten sich über Angebote informieren, hinter die Kulissen der Biolandwirtschaft blicken und sich über die Chancen eines nachhaltigen und regionalen Einkaufs austauschen.

Interessierte treffen auf Anbieter

Vor Ort waren unter anderem Querbeet, ein Gemüsehof und Lieferservice, der Bio-Obst und -Gemüse aus der Region nach Frankfurt bringt und zu den größten Bioanbietern im Rhein-Main-Gebiet gehört. Ulf Un:verpackt ist ein bio-zertifizierter, plastikfreier Laden in Sachsenhausen mit unverpackten Lebensmitteln und Haushaltswaren. Die Kooperative eG organisiert sich nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und liefert ihre Produkte an Depots in ganz Frankfurt. Yes Organic wiederum möchte sichtbar machen, welche Supermärkte, Cafés und Restaurants Bioprodukte anbieten und entwickelt dafür eine Plattform.
Die Förderung im Rahmen von Sei-Hessen hatte den organisatorischen und finanziellen Rahmen geschaffen, um die Veranstaltung zu bewerben und umzusetzen und eine größere Zielgruppe zu erreichen.

Warum es Sinn macht, dass Bioprodukte aus der Region kommen

Bioregionale Lebensmittel haben viele Pluspunkte, machten die Expertinnen und Experten klar. Denn sie stärken die regionale Landwirtschaft, schaffen Arbeitsplätze vor Ort, verbessern die Ernährungssicherheit und schützen Böden, Gewässer und der Artenvielfalt vor Ort, wer will das nicht? Deutsche Anbauverbände, wie Demeter, Bioland und Naturland haben außerdem höhere Qualitätsstandards als das EU-Biosiegel.

Der Ernährungsrat Frankfurt stärkt die Verbindung zwischen Stadt und Land

Der Ernährungsrat Frankfurt wurde schon 2017 gegründet, gemeinsam mit Vertreter:innen von Transition Town Frankfurt, Slow Food, Echt Hessisch, der SOLAWI Frankfurt, dem Umweltdezernat und Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main. Trägerverein ist Bionales – Bürger für regionale Landwirtschaft und Ernährung e.V. Der Verein hat sich vorgenommen, alle zusammenzubringe, die das Lebensmittelsystem vor Ort gestalten, die Landwirtschaft, die Verarbeitung, die Vermarktung und die Bürgerschaft. Mit seinen Projekten und Veranstaltungen stärkt er die Wertschätzung für regionale, ökologische Lebensmittel und eine gesunde Ernährung in der Metropolregion Rhein-Main.

Interview mit Projektkoordinatorin Dr. Katharina Schulenburg

Was war für Sie ein schöner Moment oder Erfolg in diesem Projekt?

Uns war wichtig, dass Fragen der nachhaltigen Ernährung fundiert, anschaulich und praxisnah präsentiert und diskutiert werden. Das ist uns auch gelungen, haben uns die Vortragenden und das Publikum zurückgemeldet. So wurde die Veranstaltung zur Plattform für Austausch und Vernetzung, hat die Teilnehmenden gestärkt und motiviert weiter zu machen.

Wenn jemand dieses Projekt nachmachen will, welche Erfahrungen oder Tipps können Sie weitergeben?

Man muss viel Werbung machen, auch außerhalb der eigenen Bubble. Und Gleichgesinnte sucht, die bei der Durchführung unterstützen. Wichtig ist auch, dass man eine einfach zu erreichende und zeitgemäße Location sucht. Das kann auch eine Bar oder ein Café sein. Damit spricht man neue Zielgruppen an.

Was ist Ihre Motivation oder vielleicht auch ihr Erfolgsgeheimnis?

Uns verbinden gemeinsame Werte und ein hohes Engagement für die Ernährungswende. Wir arbeiten vertrauensvoll, wertschätzend und auf Augenhöhe. Die gute Zusammenarbeit und die Freude bei der Umsetzung der Veranstaltungen und Projekte strahlen dann nach außen.

Wenn viele Menschen diese Idee umsetzen würden, wie sähe die Welt dann aus? Und was bräuchte es dafür?

Wenn viele Menschen bioregional einkaufen würden, wäre Ernährung stärker regional, nachhaltig und wertschätzend organisiert. Bioregionale Wertschöpfungsketten würden gestärkt, Umwelt- und Klimabelastungen reduziert und eine gesunde Ernährung selbstverständlicher Teil des Alltags. Gleichzeitig würde das Wissen über Lebensmittel, ihre Herkunft und Verarbeitung wachsen.

Dafür braucht es niedrigschwellige Bildungsangebote, transparente Strukturen entlang der Wertschöpfungsketten sowie passende politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die nachhaltige Entscheidungen erleichtern.

Text und Interview: Gesa Maschkowski

Links:
• Bionales: https://bionales.de/
• Der Ernährungsrat Frankfurt: https://bionales.de/ernaehrungsrat/
• Veranstaltungsbericht: https://bionales.de/bioregionale-lebensmittel-in-frankfurt-eine-erfolgreiche-veranstaltung-des-buendnisses-ernaehrungswende/

Die Wetterau hat was zu bieten. Foto: Katharina Schulenburg

Köstlichkeiten in Mehrwegverpackungen. Foto: Katharina Schulenburg